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Stadtwappen Bonn  Geographische Lage  
Bundesland:  Nordrhein-Westfalen 
Kreis:  Kreisfreie Stadt 
Koordinaten:  50° 44′ N, 7° 6′ O 
Höhe:  60 m ü. NN 
Fläche:  141,22 km² 
Einwohner (30. Juni 2007)  314.926 
Bevölkerungsdichte:  2230 Einwohner je km² 
Postleitzahl:  53111–53229 (alt: 5300) 
Vorwahl:  0228 
KFZ-Kennzeichen:  BN 
Gemeindeschlüssel:  05 3 14 000

 
Webpräsenz:  » www.bonn.de 


Lage

Nordrhein-Westfalen die Bundesstadt Bonn. Auf 141,2 qm; dehnt sich die ehemalige Bundeshauptstadt zu beiden Seiten des Rheines aus. Dabei bilden die linksrheinischen Stadtteile etwa drei Viertel der Gesamtfläche.

Im Süden und Westen umschließen die Ausläufer der Eifel mit dem zum Naturpark Rheinland gehörenden Kottenforst die Bundesstadt. Nördlich von Bonn öffnet sich das Rheintal in die Kölner Bucht. Die Sieg stellt im Nordosten die natürliche Grenze dar, das Siebengebirge im Osten und Südosten. Jenseits des Siebengebirges erstreckt sich südöstlich von Bonn der Westerwald.

Verwaltungsmäßig gehört Bonn zum Regierungsbezirk Köln sowie dem Landschaftsverband Rheinland und ist eine kreisfreie Stadt mit dem Kraftfahrzeugkennzeichen „BN“.

Bonn hat seinen geografischen Mittelpunkt am Bundeskanzlerplatz, der sich im Ortsteil Gronau befindet. Die geografische Lage des Platzes ist 50° 43' 9" n. Br., 7° 7' 3" ö. L.

Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets in Nord-Süd-Richtung beträgt 15 km, in West-Ost-Richtung hingegen 12,5 km. Die Stadtgrenzen haben eine Länge von 61 km.

Mit 194,8 m ist der Paffelsberg im Stadtbezirk Beuel die höchste Erhebung im Stadtgebiet. Der tiefste Bodenpunkt befindet sich mit 45,6 m über NN auf der Landzunge Kemper Werth in der Nähe der Siegmündung.

Stadtgliederung

Bonn ist nach § 3 der Hauptsatzung in vier Stadtbezirke unterteilt, die aus insgesamt 51 Ortsteilen bestehen.[1] Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung mit einem Bezirksvorsteher. Daneben besteht die Stadt aus 65 Statistischen Bezirken, die teilweise den Ortsteilen im Namen und der Größe ähnlich sind.[2] Zusätzlich wird Bonn von der städtischen Statistikstelle in neun Stadtteile aufgeteilt.

Im Folgenden sind die Stadtbezirke mit ihren Ortsteilen aufgeführt:

* Bad Godesberg: Alt-Godesberg, Friesdorf, Godesberg-Nord, Godesberg-Villenviertel, Heiderhof, Hochkreuz, Lannesdorf, Mehlem, Muffendorf, Pennenfeld, Plittersdorf, Rüngsdorf, Schweinheim
* Beuel: Beuel-Mitte, Beuel-Ost, Geislar, Hoholz, Holtorf, Holzlar, Küdinghoven, Limperich, Oberkassel, Pützchen/Bechlinghoven, Ramersdorf, Schwarzrheindorf/Vilich-Rheindorf, Vilich, Vilich-Müldorf
* Bonn: Auerberg, Bonn-Castell (bis 2003: Bonn-Nord), Bonn-Zentrum, Buschdorf, Dottendorf, Dransdorf, Endenich, Graurheindorf, Gronau, Ippendorf, Kessenich, Lessenich/Meßdorf, Nordstadt, Poppelsdorf, Röttgen, Südstadt, Tannenbusch, Ückesdorf, Venusberg, Weststadt
* Hardtberg: Brüser Berg, Duisdorf, Hardthöhe, Lengsdorf

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bonn:

Sie werden im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend genannt und gehören alle mit Ausnahme von Remagen, das im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz liegt, zum nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis:

Niederkassel, Troisdorf, Sankt Augustin, Königswinter, Bad Honnef, Remagen, Wachtberg, Meckenheim, Alfter und Bornheim.

Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und der Landkreis Ahrweiler kooperieren insbesondere seit dem Bonn/Berlin-Beschluss von 1991 eng miteinander, auf politischer Ebene durch den Regionalen Arbeitskreis Entwicklung, Planung und Verkehr Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler (:rak). Die etwa 1.000.000 Einwohner umfassende Region wird häufig „Bonn/Rhein-Sieg“ oder „Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler“ genannt. Auch der nördliche Teil des Landkreises Neuwied zählt geographisch zum Raum Bonn. Innerhalb der Region bestehen enge wirtschaftliche Verflechtungen, weshalb sich auch viele in Bonn und den umgebenden Kreisen gemeinsam tätige Verbände gebildet haben.

Geschichte

1989 feierte Bonn seinen 2000. Geburtstag. Die Stadt erinnerte damit an die Errichtung eines ersten römischen Lagers am Rhein im Jahr 12 v. Chr. Doch lebten im Bereich des heutigen Stadtgebietes schon sehr viel früher Menschen. Davon zeugen das 14.000 Jahre alte Doppelgrab von Oberkassel und ein Graben und Holzpalisaden, die im Bereich des Venusberges nachgewiesen wurden und aus der Zeit um 4080 v. Chr. stammen.

War in der Zeit vor Christi Geburt die römische Präsenz in Bonna noch bescheiden, so sollte sich das nach der Niederlage der Römer in der Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr. ändern. In den folgenden Jahrzehnten wurde hier eine Legion stationiert, die im nördlichen Bereich des heutigen Bonn ein Lager errichtete. Um das Lager herum und südlich davon entlang der heutigen Adenauerallee siedelten Händler und Handwerker in einem vicus.
Bonn 1646 – Kupferstich von Matthäus Merian d. Ä.

Mit dem Niedergang des römischen Reiches ging der Niedergang Bonns in der Spätantike und im frühen Mittelalter einher. In fränkischer Zeit und endgültig im 9. und 10. Jahrhundert entwickelte sich im Bereich des Bonner Münsters ein geistliches Zentrum, die Villa Basilika und im Bereich des heutigen Marktes eine Marktsiedlung.

Große Bedeutung für die weitere Entwicklung der Stadt hatte der Ausgang der Schlacht bei Worringen im Jahr 1288. Die Kölner Kurfürsten machten nach ihrer Niederlage Bonn – neben Brühl und Poppelsdorf – zu einem ihrer Wohnsitze und schließlich zu ihrer Residenz. Die von den Kurfürsten im 17. und 18. Jahrhundert erbauten prunkvollen Bauten verliehen der Stadt ihren barocken Glanz. Mit der Besetzung durch französische Truppen endete 1794 diese Epoche.

Nach Napoleons Niederlage fiel 1815 Bonn an Preußen. Die Stadt wurde in den nächsten Jahrzehnten geprägt von der 1818 durch die preußische Regierung neugegründeten Universität. Schon Ende des 18. Jahrhunderts hatte es in Bonn eine Universität gegeben, die aber mit der französischen Besatzung 1794 geschlossen wurde. Die preußische Neugründung schloss nicht an die Hochschule aus kurfürstliche Zeit an, sondern war Teil eines Gründungsprogramms, zu dem auch die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin gehörte. Der Zusatz „Rheinische“ im Namen der Bonner Hochschule sollte sie als „Schwester“ der Berliner Universität ausweisen; tatsächlich wurde sie in den folgenden 100 Jahren der bevorzugte Studienort der Hohenzollern-Prinzen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt zunächst von den Briten und dann bis 1926 von den Franzosen besetzt.

Mehr als 1000 Bonner, insbesondere Bonner jüdischen Glaubens, überlebten die Zeit des Nationalsozialismus nicht, weil sie von den Nazis ermordet wurden. Etwa 8000 Personen mussten ihre Heimatstadt verlassen, wurden verhaftet oder in Konzentrationslager gesperrt. Als am 9. März 1945 mit dem Einmarsch amerikanischer Truppen für Bonn der Zweite Weltkrieg beendet war, lagen 30 % der Häuser in Trümmern und mehr als 4000 Bonner hatten infolge von Bombenangriffen oder als Soldaten bei Kampfhandlungen ihr Leben gelassen. Am 28. Mai 1945 übernahmen britische Truppen als Besatzungsarmee die Stadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Stadt einen rasanten Auf- und Ausbau, besonders nach der Entscheidung für Bonn als vorläufige Hauptstadt der neuen Bundesrepublik Deutschland statt Frankfurt a. M. am 3. November 1949. Nach dem Umzug der Bundesregierung nach Berlin hat die Stadt erneut einen Wandel durchgemacht. Die verbliebenen Ministerien, hinzugezogene Bundesbehörden, Verwaltungszentralen deutscher Unternehmen, internationale Organisationen und Institutionen der Wissenschaft und der Wissenschaftsverwaltung sind die Träger dieses Strukturwandels.

Wirtschaft

Wirtschaftsstandort

Von Mitte 1991, dem Zeitpunkt des Bonn/Berlin-Beschlusses des Bundestages, bis Mitte 2002 ist die Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer in der Stadt Bonn um annähernd 11.400 Personen und somit 8,5 % auf 145.558 angestiegen.
Für 2003 gibt die Stadt noch einmal einen Zuwachs um 3118 Arbeitsplätze auf dann 149.016 an. Umzugsbedingte Arbeitsplatzverluste konnten also ähnlich wie im benachbarten Rhein-Sieg-Kreis ausgeglichen und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

In den meisten Städterankings zur zukünftigen Entwicklung belegen Bonn und die Region Plätze mindestens im oberen Drittel. Dass die Region ein prosperierender Wirtschaftsstandort ist, zeigt sich auch daran, dass die Einwohnerentwicklung in der Vergangenheit stark positiv war, für die Stadt Bonn wird sogar ein weiteres Ansteigen
des Bevölkerungswachstums prognostiziert.

Ermöglicht wurde die positive Entwicklung unter anderem durch die Ausgleichszahlungen des Bundes an die Region, die sich insgesamt auf etwa 1,4 Milliarden Euro belaufen. Gefördert wurden im Speziellen Wissenschaftsprojekte und Baumaßnahmen. Zudem zogen zahlreiche Bundesbehörden nach Bonn um, außerdem siedelten sich in der Bundesstadt viele internationale Institutionen und Nicht-Regierungsorganisationen an, unter anderem auch zwölf der Vereinten Nationen. Auch die Konzentration der Deutschen Post und Deutschen Telekom in Bonn trug dazu bei. Große Erwartungen
gibt es an das erweiterte Internationale Kongresszentrum Bundeshaus Bonn, das nach Angaben des Investors das größte seiner Art in Deutschland werden soll und die Anzahl der Kongressteilnehmer in Bonn vervielfachen wird.

Gewonnen haben in Bonn vor allem die Dienstleistungen (ohne Öffentliche Verwaltung) mit einem Zuwachs von 27,1 %, also circa 22.400 Beschäftigten, von Juni 1991 bis Juni 2002. Mit 105.171 Beschäftigten und einem Anteil von 72,3 % an allen Beschäftigten hat dieser zukunftsträchtige Bereich seine dominierende Stellung in Bonn ausgebaut.
Dagegen hat die öffentliche Verwaltung in diesem Zeitraum fast ein Drittel ihrer Beschäftigten verloren.

Wirtschaftsforschungsinstitute gehen davon aus, dass in Bonn auch in den nächsten Jahren die Zahl der Arbeitsplätze weiter steigt.

Tourismus

Der Tourismus in Bonn wurde während der Zeit als Regierungssitz überwiegend durch Polittourismus geprägt. Seit den 1990er-Jahren weist dieser Wirtschaftszweig aber hohe Wachstumsraten auf, so sind die Zahl der Übernachtungen seit
1993 um 40 % und die Ankünfte von Besuchern um 58 % gestiegen. Entscheidend für den Zuwachs ist unter anderem, dass sich der Fremdenverkehr und die dort tätigen Betriebe auf die neuen Gegebenheiten – im Speziellen den
Regierungsumzug – angepasst haben. Der Erfolg des Bonner Tourismus wird heute neben der landschaftlich günstigen Lage an Rhein und Siebengebirge auch wesentlich durch den Anstieg des Passagieraufkommens am Flughafen und das
Kongresswesen begründet. So entfielen von den 1,16 Millionen Hotelübernachtungen im Jahr 2005 mit 300.000 über ein Viertel auf Kongressbesucher.

Die Anzahl der Tagestouristen liegt mit 9 Millionen noch wesentlich höher. Insgesamt werden durch die Touristen 176 Millionen Euro jährlich in Bonn ausgegeben. In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sind – mit steigender Tendenz – 10.475 Personen im Tourismus beschäftigt. Durch die Eröffnung des neuen Kongresszentrums im Bundesviertel (UNCC)
wird ab 2009 ein weiterer Schub erwartet. Nach einer Studie werden dadurch sowohl 200.000 zusätzliche Übernachtungsgäste als auch 200.000 Teilnehmer von Tageskongressen in die Bundesstadt kommen.[11]

Arbeitsmarkt

Bonn hat seit Jahren eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Nordrhein-Westfalen. Im Oktober 2006 betrug sie 7,7 %. Ein großer Teil der in Bonn Beschäftigten kommt als Pendler aus dem umliegenden Rhein-Sieg-Kreis. Täglich fahren 80.000 Menschen nach Bonn zur Arbeit, während 30.000 Bonner außerhalb der Stadtgrenze ihrer Beschäftigung
nachgehen. Damit hat Bonn nach Köln und Düsseldorf den dritthöchsten Pendlerüberschuss in Nordrhein-Westfalen.

Geprägt wird der Arbeitsmarkt der Region unter anderem von den zahlreichen Bundesministerien und -behörden verbunden mit mehreren Bundesverbänden und -organisationen – der Bund ist der größte Arbeitgeber in der Region – sowie den Schwergewichten Deutsche Post und Deutsche Telekom mit ihren Tochterunternehmen. Neben den Arbeitsplätzen im Bereich der Funktionen „Bundesstadt“ und „UN-Stadt“ mit den internationalen Organisationen gibt es in Bonn vergleichsweise viele im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie der Wissenschaft mit mehreren Forschungseinrichtungen.

Ansässige Unternehmen

Bonn liegt nach München und Düsseldorf an dritter Stelle der sogenannten „Börsenliga“, gemessen am Börsenwert der dort vertretenen Unternehmen. Bei der Anzahl der im DAX vertretenen Unternehmen steht Bonn mit drei in diesem Index notierten Unternehmen ebenfalls an dritter Stelle.

Die bedeutenden Firmen in Bonn lassen sich in zwei Gruppen unterteilen. Zum einen haben mehrere privatisierte Staatsunternehmen in Bonn ihren Sitz. Bekannteste Beispiele sind die Deutsche Telekom zusammen mit dem Tochterunternehmen T-Mobile und die Deutsche Post zusammen mit ihrer Tochter Postbank. Auch die „Tank & Rast“ hat
ihren Sitz in Bonn. Im weiteren Sinne ebenfalls in diese Kategorie gehören die Stadtwerke Bonn.

Zum anderen sitzen in Bonn auch einige traditionsreiche Privatunternehmen. Neben den Nahrungsmittelproduzenten Haribo und Verpoorten ist hier die Orgelbau Klais zu nennen.

Weitere Firmen von überregionaler Bedeutung sind Fairtrade, die IVG Immobilien AG und SolarWorld.


Infrastruktur

Verkehr

Luftverkehr


Der nach Konrad Adenauer benannte Flughafen Köln/Bonn liegt circa 15 Kilometer nordöstlich der Stadt und ist über die A 59, eine Schnellbuslinie und die rechtsrheinische Bahnstrecke mit Bonn verbunden. Eine weitere Anbindung an den Luftverkehr existiert durch den Flugplatz Bonn-Hangelar, der in Sankt Augustin unmittelbar an der Grenze zum Stadtbezirk Beuel liegt. Der Flugplatz wird vorwiegend von Geschäftsreisenden und Sportfliegern genutzt.

Schienen- und Busverkehr

Der Bonner Hauptbahnhof ist Fernverkehrshalt der Deutschen Bahn an der Linken Rheinstrecke Köln–Bonn–Koblenz (Kursbuchstrecke 470), der Bahnhof Siegburg/Bonn an der ICE-Strecke Köln–Rhein/Main (Kursbuchstrecke 472) ist von der Bonner Innenstadt mit der Stadtbahnlinie 66 in 20 bis 30 Minuten zu erreichen. An den Bonner Bahnstrecken sind insgesamt 14 niveaugleiche Bahnübergänge vorhanden.[9]

Auf dem Bonner Stadtgebiet gibt es sechs Bahnhöfe und Haltepunkte. Dort verkehren im Schienenpersonennahverkehr
* täglich im Stundentakt
- der „Rhein-Express“ (RE 5) von Emmerich über Wesel, Oberhausen, Duisburg, Düsseldorf, Köln und Bonn nach Koblenz,
- der „Rhein-Erft-Express“ (RE 8) von Mönchengladbach über Köln, Köln/Bonn Flughafen, Troisdorf, Bonn-Beuel, Neuwied, Engers nach Koblenz,
- die „Rheinland-Bahn“ (RB 26) von Köln über Bonn und Remagen nach Koblenz,
- die „Rhein-Erft-Bahn“ (RB 27) von Mönchengladbach über Köln, Troisdorf, Bonn-Beuel, Neuwied und Koblenz-Lützel nach Koblenz,
- die „Rhein-Ahr-Bahn“ (RB 30) von Ahrbrück über Remagen nach Bonn und
- die „Rhein-Wupper-Bahn“ (RB 48) von Wuppertal-Oberbarmen über Köln, Bonn nach Bonn-Mehlem sowie

* täglich alle 30 oder 15 Minuten
- die „Voreifelbahn“ (RB 23) von Bad Münstereifel über Euskirchen nach Bonn.

Für die nächsten Jahre ist ein Ausbau des Schienennetzes in Bonn vorgesehen. So soll 2009 mit dem Bau der S-Bahnlinie 13 begonnen werden, die bisher Köln und Troisdorf über die 2004 eröffnete „Flughafenschleife“ in dichtem Takt an den Köln/Bonner Flughafen anbindet. Mit der Verlängerung durch das rechtsrheinische Bonn bis Oberkassel soll sie auch für Bonn diese Funktion übernehmen. Das 250 Millionen Euro teure Projekt der im 20-Minuten-Takt verkehrenden Bahn soll voraussichtlich 2011 vollendet werden und geht mit dem Neubau von zwei S-Bahnhöfen einher.
Für später ist geplant, eine Direktanbindung des Flughafens über die Südbrücke auch an das linksrheinische Bonn mit dem Hauptbahnhof zu schaffen.

Des Weiteren ist ab 2007 ein Ausbau der Voreifelbahn auf durchgängig zwei Gleise vorgesehen, der ebenfalls den Neubau von zwei Bahnhöfen zur Folge haben wird. Ziel ist neben der besseren Erschließung durch den Neubau der Bahnhöfe ein dichterer Takt auf der stark nachgefragten Linie. Darüber hinaus soll 2009 ein Bahnhof „Bundesviertel“ an der Museumsmeile entstehen, um diesen Arbeitsplatzschwerpunkt besser zu erschließen.

Im Straßenpersonennahverkehr besitzt Bonn ein Stadtbahn-/Straßenbahnnetz mit etwa sechs Linien (je nach Zählweise), das tagsüber im 10-Minuten-Takt bedient wird, die abendlichen Taktzeiten wurden 2002 stark ausgedünnt.
Neben innerstädtischen Verbindungen bedient die Stadtbahn Bonn auch Siegburg, Sankt Augustin, Königswinter und Bad Honnef. Zwei Linien verkehren auf Eisenbahnstrecken der ehemaligen Köln-Bonner Eisenbahnen (KBE) nach Köln über Brühl, Hürth, Bornheim und Wesseling im 20-Minuten-Takt. Da das Stadtbahnnetz insbesondere im Bonner Westen noch große Lücken aufweist, ist eine neue Strecke vom Hauptbahnhof zum Stadtbezirk Hardtberg geplant. Pläne für diese „Hardtbergbahn“ existieren bereits seit der Eingemeindung Hardtbergs; zur Zeit befindet sich das Projekt im Planfeststellungsverfahren, wobei eine schnelle Realisierung wegen der noch nicht gegebenen Finanzierungszusagen unwahrscheinlich ist.

Bonn verfügt ebenfalls über ein sehr dichtes Stadtbusnetz mit etwa 30 Linien, das weitestgehend im 20-Minuten-Takt bedient wird. Teilweise entstehen durch Linienbündelung Taktzeiten von fünf Minuten. Der Spätverkehr wurde 2002
auf Beschluss der Ratsmehrheit stark ausgedünnt. Daneben existiert ein Nachtbusnetz mit neun Linien, die stündlich untereinander Anschlüsse herstellen. Das Nachtbus-Netz wird zum Teil durch Sponsoring finanziert, das heißt jede Linie trägt den Namen eines Sponsors, der Bus (tagsüber im normalen Linienverkehr) trägt passende Ganzreklame.

Straßen

Bonn ist über die Bundesautobahnen A 59, A 555, A 562, und A 565 sowie die Bundesstraßen B 9, B 42 und B 56 an das Fernstraßennetz angebunden.

Da das Stadtgebiet vom Rhein durchtrennt wird, haben die drei Rheinbrücken der A 562 (Südbrücke, „Konrad Adenauer-Brücke“), A 565 (Nordbrücke, „Friedrich Ebert-Brücke“) und B 56 (Kennedybrücke) sowie die Rheinfähren Mehlem–Königswinter, Bad Godesberg–Niederdollendorf und Graurheindorf–Mondorf besondere Bedeutung für den
innerstädtischen Verkehr. Dasselbe gilt für die Bahnunterführungen und die Viktoriabrücke, die Norden und Süden des linksrheinischen Stadtgebietes verbinden.

Das Radwegenetz der Stadt Bonn wurde zwischen 1994 und 1999 stark ausgebaut, einige Radwege wurden jedoch inzwischen wieder zurückgebaut. Bonn ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.

Wasserstraßen und Häfen

Im Norden, im Ortsteil Graurheindorf, liegt der Binnenhafen der Stadt Bonn. Vorher war er am „Alten Zoll“ beheimatet, in der Nähe der Kennedybrücke. Nachdem dieser Platz für die Umschlagskapazitäten nicht mehr ausreichte, wurde er in den 1920er-Jahren an einen damals noch siedlungsfreien Standort verlegt. Vorgesehen war damit auch die Schaffung einer größeren Industrieansiedlung sowie eines Hafenbeckens. Beides wurde nicht umgesetzt. Bis in die 1960er-Jahre war der Hafen mit der Hafeneisenbahn an das Schienennetz der KBE angebunden.
Mittlerweile ist der Hafen Bonn vom Ortsteil Graurheindorf landseitig komplett umschlossen. An diesem Stromhafen werden heute überwiegend Container für den Überseetransport umgeschlagen. Die Jahresumschlagsleistung liegt über
alle Güter bei circa 0,5 Mio. t.

Versorgungsnetze

Die Infrastruktur der Versorgungsnetze (Wasser, Gas, Strom, Kabel) ist insgesamt deutlich langsamer gewachsen als das Stadtgebiet. So wird Bad Godesberg im Gegensatz zu den anderen Stadtbezirken erst seit 1986 mit Wasser aus der
Wahnbachtalsperre versorgt; die Stromlieferung liegt bis heute nicht im Versorgungsbereich der Bonner Stadtwerke.
Zudem hat der Stadtbezirk noch eine eigene Kläranlage.

In den letzten 15 Jahren sind umfangreiche Investitionen in die Abwasserbeseitigung erfolgt. Alle Kläranlagen wurden für über 200 Millionen Euro modernisiert und ausgebaut.

Nachdem Bonn Bundeshauptstadt geworden war, wurde das Stromversorgungsnetz zum Ring- und Maschennetz umgebaut. Die gewachsenen Strukturen dieser Netze gewährleisten eine höhere Ausfallsicherheit als vergleichbare in anderen
Städten.

Politik

Sitz der Stadtverwaltung war jahrelang das im 18. Jahrhundert erbaute Rathaus am Markt, bis er aufgrund der 1969 vollzogenen Eingemeindungen 1978 ins Stadthaus in der Nordstadt verlegt wurde. Der Bonner Oberbürgermeister hat seinen offiziellen Sitz aber weiterhin im Rathaus am Markt.

Stadtoberhäupter

An der Spitze der Stadt Bonn standen im 12. Jahrhundert der Vogt und die zwölf Schöffen des Landesherrn. Seit 1331 sind zwei „burgermeistere“, später auch ein „rat“ bezeugt. In einer Urkunde vom 24. Juli 1550 wurden zum ersten mal die „Zwölfter“ genannt, als „die zwoelf vann der gemeynden“, die eine Kontrollfunktion innehatten. Sie
vertraten nicht nur die Zünfte, sondern die ganze Gemeinde. Die Bürgermeister wurden vom Rat gewählt, der Rat von den Zünften und der Zwölfter von den Gemeinden. Im Salentinischen Vertrag von 1569 wurde verordnet, dass die Stadt von zwei Scheffelbürgermeisteren und zwei Ratsbürgermeisteren verwaltet werden soll, von denen jeweils einer als „regierender Bürgermeister“ die Geschäfte führte. Der Rat wurde auf 15 Schöffen vergrößert. Zusammensetzung und Kompetenzen des Rates veränderten sich später mehrmals. In der Zeit der französischen Besetzung seit 1794 wurde für den Bürgermeister die Bezeichnung „Maire“ eingeführt. Nachdem die Franzosen aus der Stadt abgerückt waren, wurde am 25. Februar 1814 die französische Bezeichnung „Maire“ durch den Titel „Oberbürgermeister“ ersetzt. Anton Maria Karl Graf von Belderbusch hatte seit 1804 das Amt des „Maire“ inne und war ab 1814 erster Oberbürgermeister
der Stadt. In preußischer Zeit nach 1815 wurde Bonn Sitz eines Landkreises. An der Spitze der Stadt stand seit 1815 ein Oberbürgermeister, weiterhin gab es einen Rat.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen von den Bürgern gewählten „Rat der Stadt“. Der wählte aus seiner Mitte den ehrenamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt und einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1996 wurde in Nordrhein-Westfalen die Doppelspitze in den Stadtverwaltungen aufgegeben. Der Oberbürgermeister wird nun direkt gewählt. Er ist als hauptamtlicher Oberbürgermeister Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der
Stadt. In der Funktion als Repräsentant der Stadt wird der Oberbürgermeister in Bonn von vier Bürgermeistern vertreten. Die erste Direktwahl 1999 gewann Bärbel Dieckmann in der Stichwahl gegen den CDU-Kandidaten Helmut Stahl, 2004 wurde sie im ersten Wahlgang im Amt bestätigt.


Stadtrat

Dem Bonner Stadtrat gehören 66 Ratsfrauen und Ratsherren an. Die letzte Kommunalwahl fand 2004 statt. Die direkt gewählte Oberbürgermeisterin (Bärbel Dieckmann (SPD)) hat Stimmrecht und leitet die Sitzungen. Die Sitzverteilung
im Bonner Rat sieht folgendermaßen aus: CDU (25 Mitglieder), SPD (19 Mitglieder), Grüne (elf Mitglieder), FDP (sechs Mitglieder), Bürgerbund Bonn (zwei Mitglieder), Die Linke. (ein Mitglied), UWG (ein Mitglied) sowie ein parteiloses Mitglied. Nachdem der Bürgerbund Bonn zunächst in Fraktionsstärke (mind. 3 Mitglieder) in den Rat eingezogen war, trat Anfang 2006 ein Mitglied aus der Fraktion unter Beibehaltung seines Mandats aus. Der Bürgerbund hat dadurch seinen Fraktionsstatus verloren, so dass dem Rat gegenwärtig fünf fraktionslose Mitglieder angehören.

Schwarz-rote Kooperation

Bei den Abstimmungen im Rat kam es seit der Neuwahl im September 2004 zu wechselnden Mehrheiten, nachdem Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann erklärt hatte, sie wolle eine „projektbezogene Zusammenarbeit“. Von dieser Absage an eine Koalition rückte die SPD Mitte Dezember 2005 ab. Seitdem fanden zwischen SPD, Grünen und FDP
Gespräche über eine Koalition statt. In der Nacht vom 13. auf den 14. Januar 2006 einigten sich Vertreter dieser drei Parteien auf die Bildung einer Bonner Ampelkoalition. Grundlage des Bündnisses war ein „Koalitionsvertrag zur Bildung einer gemeinsamen Koalition für den Rat der Stadt Bonn 2006–2009“.

Nach mehreren Ratssitzungen, in denen die Ampelkoalition unterschiedlich abstimmte oder wichtige Abstimmungen vertagte, beendete die SPD im September 2006 die Koalition. Die Grünen erklärten daraufhin, dass sie nicht mehr für eine Politik der „wechselnden Mehrheiten“, wie sie vor der Ampelkoalition praktiziert wurde, zur Verfügung stehen werden. Seitdem fanden zwischen CDU und SPD Gespräche über eine schwarz-rote Kooperation im Rat statt.
Im Januar 2007 einigten sich die beiden Parteien auf gemeinsame Positionen „über die Fortentwicklung der Innenstadt, die Modernisierung der Bonner Bäderlandschaft und die Stärkung der Weiterbildung“, die Grundlage für ihre Entscheidungen im Stadtrat sein sollen.

Städtepartnerschaften

Die Stadt Bonn unterhält seit 1988 eine Städtepartnerschaft mit Potsdam und seit 1983 eine Städtefreundschaft mit Tel Aviv-Jaffa in Israel. Weitere Stadtteilpartnerschaften und Städtefreundschaften, die teilweise vor der Gebietsreform 1969 entstanden sind, bestehen in den einzelnen Stadtbezirken:
* Stadtbezirk Bonn: Partnerschaften mit Oxford in Großbritannien seit 1947 und mit Budafok (deutsch Promontor), dem XXII. Bezirk von Budapest in Ungarn seit 1991, sowie eine Städtefreundschaft mit Oppeln in Polen
seit 1997 (Kontakte seit 1954)
* Stadtbezirk Bad Godesberg: Städtepartnerschaften mit Saint-Cloud in Frankreich seit 1957, mit Frascati in Italien seit 1960, mit Windsor and Maidenhead in Großbritannien seit 1960 und mit Kortrijk in Belgien seit 1964, sowie seit 1969 eine Städtefreundschaft mit Yalova in der Türkei

* Stadtbezirk Beuel: Seit 1969 Partnerschaft mit Mirecourt in Frankreich
* Stadtbezirk Hardtberg: Partnerschaft mit Villemomble in Frankreich seit 1967

Neben Städtepartnerschaften pflegt Bonn „Themen-Projektpartnerschaften“. Neben Jugend- und Kulturaustausch besteht teilweise auch ein Erfahrungsaustausch in den Bereichen Ökologie, Stadtentwicklung und Katastrophenprävention.
Projektpartnerschaften bestehen zur Zeit mit den Städten Buxoro in Usbekistan, Chengdu in China, La Paz in Bolivien, Minsk in Weißrussland, Salzburg in Österreich und Ulaanbaatar in der Mongolei.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Am Marktplatz liegt das ab 1737 im Stil des Rokoko erbaute Alte Rathaus, eines der Wahrzeichen der Stadt. In direkter Nachbarschaft des Rathauses befindet sich die ehemalige Hauptresidenz der Kölner Kurfürsten, das Kurfürstliche Schloss – heute das Hauptgebäude der Bonner Universität.

Die Poppelsdorfer Allee, eine Kastanienallee, verbindet das Kurfürstliche Schloss mit dem Poppelsdorfer Schloss, das in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Erholungsort der Kurfürsten erbaut wurde. Unterbrochen wird diese Achse durch die Bahnstrecke mit dem Hauptbahnhof, dessen 1883/84 errichtetes Empfangsgebäude heute unter Denkmalschutz steht. Auf dem Bahnhofsvorplatz befindet sich das umstrittene Bonner Loch.

Die drei höchsten Bauwerke der Stadt sind der weithin sichtbare Funkmast des WDR auf dem Venusberg (180 m), der Post Tower (162,5 m) und das ehemalige Abgeordnetenhochhaus „Langer Eugen“ (114,7 m). Der Vierungsturm des Bonner
Münsters liegt mit 81,4 m auf Platz sieben der höchsten Gebäude.

Bonn verfügt über eine Reihe von Kirchenbauten. Ein Wahrzeichen der Stadt ist das Bonner Münster. In der Remigiuskirche in der Brüdergasse, der früheren Brüderkirche, befindet sich das Becken, in dem Beethoven getauft wurde. Die Doppelkirche in Schwarzrheindorf wurde ab 1151 erbaut. Oberhalb von Poppelsdorf, am Platz einer
vorchristlichen Kultstätte und eines christlichen Wallfahrtsorts, erbaute Christoph Wamser 1627/28 die Kreuzberg-Kirche. Erzbischof und Kurfürst Clemens August ließ die Kirche in der Mitte des 18. Jahrhunderts von Balthasar Neumann durch den Anbau der „Heiligen Stiege“ erweitern. Die 1957 wieder geweihte Altkatholische Kirche St.
Cyprian befindet sich in der Adenauerallee.

Zahlreiche Prominentengräber und Grab- und Denkmäler bedeutender Bildhauer machen den Alten Friedhof zu einem der berühmtesten Friedhöfe in Deutschland. Dort befindet sich zum Beispiel das Grab von Beethovens Mutter und das Denkmal für Robert und Clara Schumann. Auch auf dem Poppelsdorfer Friedhof findet sich eine Vielzahl an
architektonisch interessanten Grabmälern und Prominentengrabstätten.

Zwischen dem Kurfürstlichen Schloss und dem Rhein liegt der „Alte Zoll“, eine Bastion des ehemaligen Festungsrings. Das Sterntor, das ursprünglich an der Mündung der Sternstraße auf den Friedensplatz stand, wurde wegen des Baus der Straßenbahn durch die Sternstraße um 1900 abgebaut und in stark abgewandelter Form unter
Einbeziehung eines Rests der Stadtmauer einige Meter versetzt am Bottlerplatz wieder aufgebaut.

Oberhalb von Bad Godesberg liegt die Ruine der vermutlich in ihrem Ursprung zuerst als Fluchtburg von den Franken erbaute Godesburg. Das Godesberger Rathaus besteht aus sechs verbundenen Gebäuden, die 1790 bis 1792 durch Kurfürst Max Franz als Logierhäuser für Kurgäste erbaut wurden. Das 1790 bis 1830 erbaute ehemalige kurfürstliche Kammertheater „Haus an der Redoute“ ist heute Außenstelle des Kunstmuseums.

Die Hauptverwaltung der Deutschen Post befindet sich im Post Tower, dem höchsten Bürogebäude in Nordrhein-Westfalen. Das Gebäude steht in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Abgeordnetenhochhaus und Wahrzeichen der damaligen Bundeshauptstadt, dem „Langen Eugen“, der heute durch die Vereinten Nationen genutzt wird. Zwischen den beiden Hochhäusern befindet sich der Schürmann-Bau, die Zentrale der Deutschen Welle. Dieses ursprünglich als Abgeordnetenbüro geplante Gebäude wurde während der Bauphase durch das Rheinhochwasser 1993 schwer beschädigt. Das Bundeshaus war ursprünglich eine pädagogische Akademie, die ab 1948 vom Parlamentarischen Rat und später von Bundestag und Bundesrat genutzt wurde. Ende der 1980er-Jahre wurde der Plenarsaal durch einen Neubau ersetzt. Seit dem Parlamentsumzug wird es heute als World Conference Center Bonn (WCCB) genutzt. Ein weiterer Teil des WCCB ist
das historische Wasserwerk, dessen Pumpenhaus während des Umbaus des Bundeshauses von 1986 bis 1992 als Plenarsaal des Bundestags genutzt wurde. Der Platz der Vereinten Nationen ist ein mit den 191 Flaggen der UN-Staaten
beflaggtes Verkehrsdrehkreuz im Bundesviertel.

Auf der rechten Rheinseite sind auf dem Gelände der ehemaligen Oberkasseler Zementfabrik moderne Bürogebäude entstanden, in die der Bonner Architekt Karl-Heinz Schommer denkmalgeschützte Teile der Fabrikanlage integriert
hat.

Museen und Gedenkstätten

Bonn verfügt über eine große Zahl bedeutender Museen. Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland („Bundeskunsthalle“) (erbaut 1986 bis 1992 vom Wiener Architekten Gustav Peichl) und das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gehören seit ihrer Eröffnung zu den zehn meistbesuchten Museen Deutschlands – sie locken jedes Jahr jeweils über 500.000 Besucher an, bei einzelnen Wechselausstellungen übertrifft die Bundeskunsthalle diese Zahl sogar deutlich. Beide Museen entstanden Anfang der 1990er-Jahre gemeinsam mit dem städtischen Kunstmuseum Bonn und bilden zusammen mit der 1995 eröffneten und sich auf deutsche Forschung und Technik seit 1945 konzentrierenden Bonner Zweigstelle des Deutschen Museums im Wissenschaftszentrum, der ifa-Galerie und dem traditionsreichen Museum Koenig die Museumsmeile.

In Geburts-, Wohn- und Sterbehäusern bekannter Persönlichkeiten wurden Museen eingerichtet. Das gilt für das Beethoven-Haus, für das August-Macke-Haus, das Ernst-Moritz-Arndt-Haus und das Robert-Schumann-Haus. In den Boden der Bonngasse, in der sich das Beethoven-Haus befindet, sind seit 2005 die Porträts von Persönlichkeiten eingelassen, deren Lebensläufe eng mit der Stadt verbunden sind. Im Beethoven-Haus befindet sich weiterhin als Weltdokumentenerbe ein Teil des Autographen der Symphonie Nr. 9, d-Moll, op. 125 von Ludwig van Beethoven.

Die Universität verfügt über zahlreiche Museen und Sammlungen. Bekannt sind vor allem das Ägyptische Museum, eine Sammlung mit circa 3000 Originalobjekten, das Akademischen Kunstmuseum, das die archäologische Sammlung der Universität beherbergt, und das Arithmeum, eine umfangreiche Sammlung von Rechenmaschinen. Auch der Botanische Garten, der unter anderem in den Jahren 2003 bis 2005 die größte Blume der Welt, den Titanenwurz, pflegte und zeigte, gehört zur Universität. Weiterhin zu nennen sind das Goldfuß-Museum, eine Schausammlung von Fossilien, das
Mineralogische Museum, eine Edelstein- und Meteoritensammlung, und schließlich das Horst-Stoeckel-Museum, das die Geschichte der Anästhesiologie von der Entdeckung der Äthernarkose im Jahre 1846 bis zur Gegenwart darstellt.

Mittlerweile mehr als 20 Jahre ist das 1981 gegründete Frauenmuseum alt. Weltweit war es die erste Institution gleichen Namens oder vergleichbarer Zielsetzung. Heute kann das Frauenmuseum auf über 400 Ausstellungen zurückschauen und ist mit seinen umfangreichen Begleitprogrammen zu einer auch international anerkannten
Institution geworden.

Das zwischen 1995 und 2003 komplett umgebaute Rheinische Landesmuseum zeigt bedeutende archäologische Denkmäler zur Kulturgeschichte des Rheinlandes und besitzt eine weniger bedeutende Sammlung zeitgenössischer Kunst aus der Region.

In der an der Poppelsdorfer Allee gelegenen Volkssternwarte Bonn werden regelmäßig öffentliche Beobachtungen des Sternhimmels und der Sonne durchgeführt.

Auf Initiative und unter Leitung der Bertolt-Brecht-Gesamtschule wurde mit Hilfe des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Bonn und weiteren Sponsoren in zweijähriger Arbeit im September 2002 entlang des Rheins der Bonner Planetenlehrpfad im Maßstab von 1:1 Mrd. eröffnet. Die Sonne (Durchmesser 1,40 m) ist Startpunkt des 5946 m langen Lehrpfades und steht unterhalb des Wasserwerks. In relativ kurzen Abständen zwischen 50 m und 100 m stehen Merkur, Venus, Erde und Mars. Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun folgen mit Abständen zwischen 700 m und 1,5 km.
Pluto schließt den Weg am nördlichen Ende des Bonner Hafens in Graurheindorf ab. An jedem Planetenstandort sind auf Informationstafeln der Name, eine maßstabsgetreue Halbkugel, das Symbol, Durchmesser sowie alle Informationen in Brailleschrift hinterlegt.

In der Franziskanerstraße 9 befindet sich die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus – An der Synagoge e. V. Die informative Dauerausstellung wurde 2005 grundlegend überarbeitet und ergänzt. Sie dokumentiert Verfolgung, Leid und Ermordung der Bonner Opfer des Nationalsozialismus. Zur Gedenkstätte gehören eine
Präsenzbibliothek, eine Mediothek mit Zeitzeugengesprächen sowie ein umfangreiches Archiv.

Kunst im öffentlichen Raum

Im gesamten Bereich der Stadt gibt es eine Fülle von Kunstwerken deutscher und internationaler Künstler. Dazu gehören Victor Vasarely mit seiner Fassadengestaltung des Juridicums, Henry Moores „Two large Forms“ vor dem ehemaligen Bundeskanzleramt, dem heutigen Bundesministerium für Entwicklung, und Eduardo Chillida mit „De Musica IV“ vor dem Münster. Das jüngste Kunstwerk – Hommage „Ruhender Verkehr“ – stammt von Cornel Wachter. Die Skulptur hat ihren Platz vor dem Rheinischen Landesmuseum gefunden.

Begünstigt wurde diese Fülle von Kunstwerken durch die Bautätigkeit der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit dem Ausbau Bonns zur Hauptstadt. Arbeiten, die im Zusammenhang mit der „Kunst am Bau“-Regelung entstanden sind, aber
auch Skulpturen vor öffentlichen Einrichtungen wie der Universität und den Museen und nicht zuletzt Spenden privater Mäzene machen es möglich, dass ein Besucher beim Gang durch die Stadt auch einen Gang durch die Geschichte der bildenden Kunst der letzten 50 bis 60 Jahre unternehmen kann.

Denkmäler zu Ehren einzelner Personen beschreibt die Liste der Personen-Denkmäler in Bonn.
Für die Bundesgartenschau 1979 wurden die Rheinwiesen und landwirtschaftlich genutzten Flächen südlich des damaligen Regierungsviertels in einen 160 ha großen Landschaftspark, die Rheinaue, umgestaltet. Heute dient sie als Naherholungsgebiet und wird für Großveranstaltungen wie Freiluftkonzerte, Feste und Flohmärkte genutzt.
Daneben gibt es in der Stadt einige kleinere Parkanlagen, deren größte der Kurpark in Bad Godesberg ist. Er wurde ursprünglich für den Kurbetrieb angelegt und beherbergt einige seltene Pflanzenarten. Für Bonn-Oberkassel ist das aus Privatbesitz hervorgegangene Arboretum Park Härle erwähnenswert.

Die Rheinaue, das Arboretum, der Alte Friedhof und die Botanischen Gärten wurden als besonders beispielhaft in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.

Die größte Freifläche innerhalb Bonns ist das Meßdorfer Feld zwischen Endenich, Dransdorf, Lessenich und Duisdorf.
Es hat als Freifläche in Windrichtung Bedeutung für das Klima der Bonner Innenstadt und ist die einzige landwirtschaftlich genutzte Fläche im Stadtgebiet.

Weitere Erholungsgebiete sind der westlich und südlich von Bonn gelegene Kottenforst im Naturpark Rheinland mit der Waldau und das südöstlich von Bonn gelegene Siebengebirge. In beiden Naturparks laden weitläufige Wanderwege
mit attraktiven Aussichten auf die Stadt zu Wanderungen ein. Der Fernwanderweg Rheinsteig beginnt in Bonn und durchquert im weiteren Verlauf das Siebengebirge.

Im Norden des rechtsrheinischen Bezirks Beuel grenzt Bonn an die Mündung der Sieg in den Rhein und das umgebende „Naturschutzgebiet Siegaue“, das als eine der letzten naturbelassenen Rheinmündungen Schutzstatus nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie genießt.

In Bonn gibt es insgesamt 47 Bäche, die meisten davon münden in den Rhein.

Theater, Musik, Film

Das „Beethoven Orchester Bonn“ veranstaltet regelmäßig Konzerte in der Beethovenhalle und kommt auch in der Oper zum Einsatz. Es wurde 1897 als „Philharmonisches Orchester Koblenz“ gegründet und 1907 von der Stadt Bonn als „Städtisches Orchester Bonn“ übernommen.

Neben dem städtischen Theater Bonn mit der Oper Bonn, Schauspiel und Choreografischem Theater gibt es diverse kleinere Privattheater in Bonn. Dazu gehören das in der Innenstadt gelegene Contra-Kreis-Theater, das „Euro Theater Central“, das in Beuel gelegene Junge Theater Bonn, das „Theater DIE RABEN“, das „Kleine Theater Bad
Godesberg“, das Theater „Die Pathologie“ in der Südstadt und die Bonn University Shakespeare Company.

Kleinkunst und Kabarett werden unter anderem im „Haus der Springmaus“, im „Pantheon-Theater“, in der Endenicher Harmonie und im „Theater im Ballsaal“ dargeboten. Die Figurentheaterkunst pflegen in verschiedenen Bonner
Spielstätten die Piccolo Puppenspiele

Rock-, Pop-, Jazz- und Blueskonzerte finden in der Bad Godesberger Klangstation und der Harmonie statt. Mit dem Open-Air-Festival Rheinkultur verfügt das Kulturangebot der Stadt über eines der wichtigsten Festivals Deutschlands, auf dem praktisch alle modernen Stilrichtungen vertreten sind.

Das traditionsreiche Kino „Metropol“ am Marktplatz wurde im März 2006 geschlossen, nachdem das Gebäude Ende 2005 in die Hand eines neuen Besitzers gewechselt ist. Nicht erst seitdem gibt es in Bonn eine scharf geführte Auseinandersetzung um Abriss, Umnutzung oder Weiternutzung der denkmalgeschützten Spielstätte. Die ebenfalls am
Markt gelegenen „Stern Lichtspiele“ werden von CineStar betrieben. In dem 1956 am Bertha-von-Suttner-Platz erbauten Gebäude der „Universum-Lichtspiele“ ist seit 1998 das „Woki“ ansässig. Im Zentrum von Bad Godesberg befindet sich das Multiplex-Kino „Kinopolis“. In Bonn gibt es drei Programmkinos: das 1952 in Endenich eröffnete
„Rex Lichtspieltheater“ (das unter Denkmalschutz steht), die 1933 in Beuel erbaute „Neue Filmbühne“ und die im Kulturzentrum „Brotfabrik Bonn“ gelegene „Bonner Kinemathek“.

Regelmäßige Veranstaltungen Konzert vor dem Beethoven-Haus im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Beethovenfestes 2005 Konzert vor dem Beethoven-Haus im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Beethovenfestes 2005

Das „Beethovenfest“ ist ein jährlich im Herbst stattfindendes fast vierwöchiges Musikfestival mit über 50 Konzerten in Bonn und der Umgebung. 2005 wurde zum ersten Mal der Beethoven Competition durchgeführt, ein Wettbewerb für junge Pianisten aus der ganzen Welt.

Im Arkadenhof der Universität werden jedes Jahr im Sommer während der zehntägigen Internationalen Stummfilmtage restaurierte Stummfilme gezeigt. Auf dem Museumsplatz an der Bundeskunsthalle finden im Sommer unter einem Zeltdach Freiluftkonzerte mit deutschen und internationalen Künstlern statt.

In der Rheinaue findet an jedem dritten Samstag im Monat von April bis Oktober der „Große Rheinauen“-Flohmarkt statt. Jährliche Veranstaltungen in der Rheinaue sind das Großfeuerwerk „Rhein in Flammen“ am ersten Mai-Wochenende, das „Umsonst und draußen“-Musikfestival „Rheinkultur“ am ersten Juli-Wochenende sowie die „Bierbörse“
am letzten Wochenende im Juli und das „Internationale Begegnungsfest“ im Herbst.

Der größte jährliche Jahrmarkt in Bonn, Pützchens Markt, findet jedes Jahr am zweiten Wochenende im September in Beuel statt.

Der Bonn-Marathon ist ein Marathonlauf, der jährlich durch das Stadtgebiet führt.

Karneval

Bonn zählt zu den rheinischen Karnevalshochburgen, wenngleich es immer etwas im Schatten des größeren Kölner Karnevals stand. Im Beueler Rathaus übernimmt an Weiberfastnacht die Wäscherprinzessin die Regentschaft. Das Alte
Rathaus in Bonn wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts am Karnevalssonntag von den Stadtsoldaten in historischen Uniformen belagert und erobert. Die größte Karnevalssitzung ist die „Alternative Karnevalssitzung“ Pink Punk Pantheon mit alljährlich über 10.000 Besuchern.

Dialekt

Der Bonner Dialekt ist das ripuarische Bönnsch, das sich vom eng verwandten Kölsch neben einigen Vokabeln durch den ausgeprägteren „Singsang“ und die gemächlichere Sprechgeschwindigkeit unterscheidet. Im Gegensatz zum selbstbewussten Köln der Handwerker war es in „vornehmen“ Kreisen der Residenz- und Universitätsstadt Bonn jedoch
verpönt, Dialekt zu sprechen, daher ist das Bönnsch im Alltagsleben nicht mehr so präsent wie das Kölsch in Köln.
Der hohe Anteil Zugezogener („Immis“) tat sein übriges. Bekannt für seine Behandlung des bönnschen Dialekts ist der Kabarettist Konrad Beikircher, der zwar nicht in Bonn, sondern in Südtirol geboren wurde, aber seit seiner Studienzeit in Bonn lebt.

Sport

Der bekannteste Sportverein in Bonn ist der Basketball-Bundesligist „Telekom Baskets Bonn“. Die früher erfolgreiche Fußball-Mannschaft des „Bonner Sport-Club“ spielt nach dem Zweitliga-Lizenzentzug 1977 seit Jahren nur noch in der Oberliga Nordrhein.

Weitere Sportvereine sind der „1. Badminton Club Beuel“ (Deutscher Badminton-Meister 2005), der Damen-Basketball-Bundesligist „BG Rentrop Bonn“, der „Bonner Tennis- und Hockey Verein“ (Hockey-Regionalligist, Tennis-Oberligist), der „Hockey- und Tennis Club Schwarz-Weiß Bonn“ sowie Bonns größter Sportverein, die „Schwimm- und Sportfreunde
Bonn 1905 – SSF Bonn“. Bester Bonner Handballverein ist der TSV Bonn, der in der Verbandsliga Mittelrhein spielt.

Über das Stadtgebiet verteilt sind über 100 städtische Turn- und Sporthallen. Davon sind 81 Einfach-Turnhallen, neun Großturnhallen, neun Dreifachhallen und eine Vierfach-Halle. Des Weiteren gibt es 24 Gymnastikräume und 46 Freiluftsportplätze, darunter 13 Rasenplätze. Außerhalb der städtischen Verfügung stehen 25 privat geführte Sport- und Turnhallen.[6] Die Telekom Baskets tragen ihre Spiele derzeit in der Hardtberghalle aus, werden aber bis Anfang 2008 in die im Bau befindliche „Basketshalle“ im Stadtbezirk Hardtberg umziehen. Dann wird der Basketball-
Verein der erste mit einer eigenen Halle sein.[7] Das Heimatstadion des Bonner SC ist im Sportpark Nord.

Die direkte Nähe des Rheins zeigt sich in mehreren Rudervereinen und vier Ruder- AGs der Bonner Schulen, welche sich in der AG-Bonner-Schülerrudervereine ( kurz: AGBS) organisieren. Mit der Eurega hat Bonn eine weit über die Bonner Grenzen hinaus bekannte Ruderregatta, die jährlich am 1. Wochenende im Mai durch den Bonner Ruder Verein ausgerichtet wird.

Das Schwimmstättenangebot in Bonn umfasst vier Schwimmhallen, fünf Freibäder und ein kombiniertes Hallen-/Freibad.
Außerdem wurde den „Schwimm- und Sportfreunden Bonn“ ein schwimmsportliches Trainingszentrum im Sportpark Nord überlassen.

Gastronomie und Nachtleben

Politiker und Studenten sind es, die die Bonner Gastronomie-Szene ganz besonders prägen. Während die studentischen Kneipen und Szene-Treffs – somit das recht überschaubare Bonner Nachtleben – sich in der Bonner Altstadt konzentrieren, teilweise auch in der Südstadt, sind die eher feinen Speiselokalitäten für Gutbetuchte über das
ganze Stadtgebiet verstreut – mit einer ausgeprägt starken Präsenz an beiden Ufern des Rheines. Den Blick auf das Siebengebirge während des Mittag- oder Abendessens lassen sich viele Wirte teuer bezahlen. Doch es gibt diesen Blick, besonders im Sommer auf Terrassenplätzen, auch für die Besitzer schmalerer Geldbörsen.

Das Angebot von Kneipen und Restaurants zwischen Mehlem im Bonner Süden und Schwarzrheindorf im Norden differenziert nicht nur hinsichtlich der Preise, sondern auch hinsichtlich der Atmosphäre. Wer Rheinromantik erleben möchte, unter Linden, unter den schon Heinrich Heine und Karl Schurz auf der einen und Kaiser Friedrich III und Königin Victoria auf der anderen Seite getafelt haben, der sollte sich auf den Weg nach Bad Godesberg machen, genauer nach Plittersdorf zum „Schaumburger Hof“. Wer demgegenüber eher modernes Styling bevorzugt, ohne dabei den Blick auf den Rhein zu missen, der kann auf der Terrasse des Restaurants „Rohmühle“ in einem der erhaltenen alten Gebäude der ehemaligen Zementfabrik einen Kaffee oder an der Bar einen Cocktail trinken.
Vergeblich wird der Besucher auf den Karten dort oder in anderen Lokalen „Bönnsch“ suchen. Diese Bonner Spezialität gibt es nur im gleichnamigen Brauhaus in der Innenstadt, direkt in der Nähe des Friedensplatzes.

Medien

Hörfunk und Fernsehen

Der mit Abstand größte Medienbetrieb in Bonn ist die Deutsche Welle. Sie hat ihre Zentrale im Schürmann-Bau und produziert hier Hörfunk- und Online-Sendungen, die in die ganze Welt ausgestrahlt werden. Auch der Fernsehsender Phoenix hat seine Zentrale in der Bundesstadt, im ehemaligen Hauptstadtstudio des ZDF.

Der WDR unterhält in Bonn ein Bundesstudio und ein Regionalbüro. Am 1. Februar 2007 startete die lokale Berichterstattung in Bonn/Rhein-Sieg mit einer eigenen „Lokalzeit aus Bonn“.

In Bonn senden außerdem der Lokalradiosender „Radio Bonn/Rhein-Sieg“ mit Rahmenprogramm von Radio NRW und ein studentischer Radiosender auf der UKW-Frequenz 96,8 (Radio 96,8).

Im September 2006 startet der WEB-TV Sender bonnavista.tv bonnavista.tv.

Printmedien

Mit Abstand größte Tageszeitung in Bonn ist der General-Anzeiger. Lokale Berichterstattung findet der Leser außerdem in der Bonner Rundschau, im Rhein-Sieg-Anzeiger und in dem Boulevardblatt Express. Diese drei Zeitungen
gehören alle zu der Kölner Mediengruppe „Gruppe M. DuMont Schauberg“. 2004 untersagte das Bundeskartellamt der Mediengruppe, auch am Bonner General-Anzeiger einen Aktienanteil zu erwerben. Nach Ansicht der Kartellbehörde hätte das Geschäft zu einer Verstärkung der marktbeherrschenden Stellung auf den Leser- und Anzeigenmärkten geführt.

Eine starke Stellung im Printbereich haben auch die „Verlagsgruppe Rentrop“ (unter anderem mit dem „Verlag für die Deutsche Wirtschaft“) und der „Stollfuß-Verlag“ in den Bereichen Steuer, Wirtschaft und Recht. Beide gehören zu den einhundert größten deutschen Verlagen. Mit der Herausgabe von musikalischer Fachliteratur, Noten und
Lehrbüchern zu Musikinstrumenten gehört der „Voggenreiter Verlag“ zu den bekanntesten Unternehmen dieser Sparte.

Monatlich erscheint in Bonn das Stadtmagazin „Schnüss“ (rheinisch für „Schnauze“). Die überregionale Wochenzeitung Rheinischer Merkur stammt ebenfalls aus Bonn.

Online-Angebote

Seit dem 1. Oktober 2006 gibt es das Nachrichten- und Kommunikationsportal „rhein:raum“. Es wendet sich nach eigenem Selbstverständnis an die Bürger, „die sich nicht länger mit der Berichterstattung der bestehenden Bonner Medienlandschaft zufrieden geben wollen“. Online-Angebote mit lokalen Nachrichten produzieren zudem die Bonner Tageszeitungen, der WDR und „Radio Bonn/Rhein-Sieg“. Als reines Online-Angebot gibt es seit über 7 Jahren das Onlinemagazin bonnaparte.de, welches sich primär den Themen Veranstaltungstipps, Konzerte, Termine und lokalen
News im Bonn-Rhein-Sieg Kreis verschrieben hat.

Nachrichtenagenturen

Die Bundespressekonferenz hat ihre einzige Außenstelle im Tulpenfeld. Hier befindet sich auch eine Dependance der Deutsche Presse-Agentur (DPA). Außerdem arbeiten in der „UN-Stadt“ eine Reihe von Nachrichtenagenturen im Umkreis der hier angesiedelten internationalen Organisationen, wie zum Beispiel die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA).

Übertragungstechnik

Die Rundfunkversorgung erfolgt unter anderem über die Sendemasten auf dem Venusberg und dem Großen Ölberg. Über den Sendemast auf dem Venusberg wird die Region Bonn seit 2004 mit dem digitalen Antennenfernsehen DVB-T versorgt, das die analoge Ausstrahlung ersetzte.

Kulinarische Spezialitäten

Gastronomie und Nachtleben
Brauhaus Bönnsch


Politiker und Studenten sind es, die die Bonner Gastronomie-Szene ganz besonders prägen. Während die studentischen Kneipen und Szene-Treffs – somit das recht überschaubare Bonner Nachtleben – sich in der Bonner Altstadt konzentrieren, teilweise auch in der Südstadt, sind die eher feinen Speiselokalitäten für Gutbetuchte über das ganze Stadtgebiet verstreut – mit einer ausgeprägt starken Präsenz an beiden Ufern des Rheines. Den Blick auf das Siebengebirge während des Mittag- oder Abendessens lassen sich viele Wirte teuer bezahlen. Doch es gibt diesen Blick, besonders im Sommer auf Terrassenplätzen, auch für die Besitzer schmalerer Geldbörsen.

Das Angebot von Kneipen und Restaurants zwischen Mehlem im Bonner Süden und Schwarzrheindorf im Norden differenziert nicht nur hinsichtlich der Preise, sondern auch hinsichtlich der Atmosphäre. Wer Rheinromantik erleben möchte, unter Linden, unter denen schon Heinrich Heine und Karl Schurz auf der einen und Kaiser Friedrich III und Königin Victoria auf der anderen Seite getafelt haben, der sollte sich auf den Weg nach Bad Godesberg machen, genauer nach Plittersdorf zum „Schaumburger Hof“. Wer demgegenüber eher modernes Styling bevorzugt, ohne dabei den Blick auf den Rhein zu missen, der kann auf der Terrasse des Restaurants „Rohmühle“ in einem der erhaltenen alten Gebäude der ehemaligen Zementfabrik einen Kaffee oder an der Bar einen Cocktail trinken. Vergeblich wird der Besucher auf den Karten dort oder in anderen Lokalen „Bönnsch“ suchen. Diese Bonner Spezialität gibt es nur im gleichnamigen Brauhaus in der Innenstadt, direkt in der Nähe des Friedensplatzes.

Quellen : www.wikipedia.de